Schon im Treppenhaus höre ich aufgeregtes, lautes Gebell – das muss ein kleiner, hypernervöser Hund sein, denke ich mir, und so war es denn auch. Als sich die Wohnungstür öffnet, hüpft mich ein kleines Etwas an, zwei winzige Äuglein funkeln und ich fürchte fast, der oder die Kleine bekommt gleich einen nervösen Zusammenbruch.
Aber Frauchen ist zur Stelle und beruhigt die kleine Terrier-Dame, die wie ein großer Wachhund die Wohnung schützen will. Sie heißt Bella, und erst ein paar Leckerlis bringen sie ein wenig zur Ruhe. So können Frau Hansen (der Name bleibt auf Wunsch unserer Mieterin unerwähnt) und ich uns begrüßen und die Wohnung in Augenschein nehmen. Ihr Mann ist erst vor kurzer Zeit gestorben, und sie hat eine lange, schwere Zeit mit aufopfernder Pflege hinter sich. Nun möchte sie die Wohnung neu streichen, ein wenig umräumen, Gardinen und Teppiche wechseln. Noch steht alles durcheinander, zum Teil verpackt zum Weiterverschenken, zum Teil verstaut für die Entsorgung. Wir setzen uns an den Esstisch, und während Frau Hansen Bella noch schnell ein zweites winziges Kekschen gibt, fällt mein Blick in die Küche auf ein liebevoll gedecktes Tablett mit zwei Tassen, Keksen, Wasser, Gläser, Servietten. Frau Hansen hat aufmerksam für uns gesorgt. Doch sind wir so schnell im Gespräch, dass das Tablett vorerst vergessen wird.
Wo sollen wir anfangen? Alles ist gleich wichtig, doch Frau Hansen hat sich schon lange Gedanken gemacht und feste Vorstellungen, die sich mit einigen Abstrichen und Änderungen gut umsetzen lassen.
Der frische Look für die winzige Küche ist schnell bestimmt - wir wählen aus den hübschen Farben der Vorhänge einen Ton aus, in der Decke und Wände hell gestrichen werden, sowie eine dunklere Tönung für die rückwärtige Wand. Gewürzregal, Kochbücher und die üblichen Küchenutensilien werden platzsparend sortiert, lieb gewordene Gegenstände finden einen neuen Platz. Noch eine neue Pflanze auf der Fensterbank, farbenfrohe Tischsets am kleinen Frühstücksplatz – und die Küche ist fertig.
Die Farbe der übrigen Wände der Wohnung ist bald festgelegt - es soll ein helles Elfenbein werden. Im Gegensatz zum grellen Weiß wirken die Räume nach dem Anstrich nun wärmer, und wenn die Sonne hereinscheint, schimmert es besonders anheimelnd.
Die vorhandenen Vorhänge passen sehr gut und können bleiben, doch Frau Hansen hat für den Wohnraum noch ein neues Paar Schals gekauft. Ich finde, dass beide zusammenpassen und der neue nur über den alten gehängt werden braucht. Nach ersten Zweifeln ist Frau Hansen begeistert von der Lösung.
Die bereits vorhandenen Möbel können alle bleiben, doch sie müssen "zurechtgerückt" werden – hier und da eine Kleinigkeit von manchmal nur 10 oder 20 Zentimetern, die wir beide gemeinsam bewältigen können. Frau Hansen ist verblüfft über das Ergebnis: Der Zugang zu Bücherschrank und Kommode ist plötzlich viel leichter, Sofa und Sessel stehen freier, der Weg zum Fenster ist nicht mehr zugestellt, der Leseplatz hat viel besseres Leselicht und bietet sogar freieren Blick aufs Fernsehgerät. Auf dessen Bildschirm gibt’s nun keine Spiegelungen mehr, und die neue Anordnung der Reiseandenken ans ferne Afrika und andere Länder kommen besser zur Geltung, und, und, und …
Das Schlafzimmer nehmen wir uns beim nächsten Besuch vor. Dort ist bereits alles gestrichen, der Teppichboden gereinigt und das Pflegebett abgeholt. Den großen Kleiderschrank konnte ein Helfer auf meinen Vorschlag hin noch etwa 30 cm an die Seitenwand heranschieben. So kann der frei gewordene Stellraum jetzt optimal durch eine bereits vorhandene praktische Kommode genutzt werden. Frau Hansen freut sich sehr über diese Lösung - so werden lieb gewordene Dinge aufbewahrt und Stauraum gewonnen.
Wir richten noch den Computerplatz arbeitsgünstig neben dem Fenster ein, nötige Bücher und Unterlagen finden somit Platz in greifbarer Nähe. Zum Schluss noch die wunderschöne Schmetterlingssammlung des verstorbenen Mannes über dem Bett angebracht - und wir haben es geschafft!
Frau Hansen ist glücklich über die Lösungen, die so einfach waren und sich doch als so wirkungsvoll herausgestellt haben. Es gab praktisch keine zusätzlichen Kosten, keine schmerzhaften Trennungen von Erinnerungsstücken – aber jede Menge Wille zur Verbesserung der Wohnsituation, Neugierde auf neue Ideen und Vorschläge und die Bereitschaft zur Mitarbeit.
Ein Einsatz, der mir ganz große Freude und viel Spaß bereitet hat. Es war wunderbar, Frau Hansen zu beraten, ihr zu begegnen und sie bei der kleinen / großen Veränderung zu begleiten.
Ihre Anne Hytry vom Team Einrichtungsberatung
Hier haben wir Ihnen noch ein paar Einrichtungstipps zusammengestellt.
Bitte wählen Sie nach Interesse aus:

Schauen Sie sich die aktuelle FAB Umschau an oder laden Sie sich als PDF-Datei runter.
» zur Umschau










